Lofotenferie

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Die Geschichte der Rorbuer PDF Drucken E-Mail

Angebot und Nachfrage
Schon vor dem Jahre 900, so eine altnordische Saga, fuhren die norwegischen Fischer mit ihren Booten die Küste entlang zu den Lofoten, um dort im Winter Kabeljau zu fangen. Sonst fischten sie in der Nähe ihres Heimatortes. Für die Fahrt zu den Lofoten brauchten sie in ihren offenen Ruder- und Segelbooten Tage und Wochen und blieben dann den ganzen Winter auf den Lofoten, um die reichen Fangmöglichkeiten auszunutzen.
So entstand die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten. Wie diese in den ersten Jahrhunderten befriedigt wurde wissen wir nicht genau. Die Saga berichtet aber, dass König Øystein im frühen 12. Jahrhundert beschloss, für die zugereisten Fischer "Rorbuer" bauen zu lassen. Hieraus ersieht man, wie wichtig der Fischfang schon damals für das Land war.

Entwicklung
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war der Höhepunkt der Lofoten-Fischerei. Damals gab es 35.000 bis 40.000 Rorbu-Schlafplätze. Eine traditionelle Rorbu-Hütte war zweigeteilt. Der Teil, wo die Fischer aßen und schliefen und wo sie auch ihre Geschäfte abschlossen und z.T. Angelleinen mit Köder versahen. Dieser Teil war wie ein Blockhaus aus Rundhölzern gebaut. Hier stand ein Holzofen, auf dem auch gekocht wurde. Die Schlafgelegenheiten hingen oft unter der Decke, damit der knappe Platz auf dem Fußboden nicht verstellt wurde. In diesen breiten "Kojen" schlief man zu zweit oder zu dritt unter großen Tierfellen oder dicken gewebten Decken.
Am anderen Ende der Rorbuer befand sich meist ein einfacher Bretterschuppen, wo die Gerätschaften und die Lofotkisten mit den Siebensachen der Fischer aufbewahrt wurden. Durch die Ritzen wehte der Wind, so dass hier auch manchmal der Schnee lag.
Nach dem zweiten Weltkrieg nahmen weniger Fischer am Lofotfischfang teil. Heute sind es nur noch 3000 - 4000 Fischer, die meist an Bord übernachten. Die Kajüten der modernen Fischkutter sind gut isoliert und auch im Winter warm genug. Die noch existierenden Rorbuer standen daher die letzten 20 bis 30 Jahre im Winter zum großen Teil leer.

Zum Namen
Der zweite Teil von "Rorbu" bezeichnet ein kleines Wohngebäude und hängt mit dem norwegischen Verb "å bo" (wohnen, leben) zusammen. Es gibt auch Zusammensetzungen mit "-bu" für andere Gebäude, z.B. "redskapsbu (Geräteschuppen)" Das deutsche Wort Bude geht auf die gleiche Wurzel zurück.
Der erste Teil hat mit "ro (rudern)" zu tun. Früher kamen die Fischer natürlich mit Ruderbooten (z.T.mit Segel) zu den Lofoten. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Motorboote. Und auch drei Generationen nach Einführung von Motorbooten heißt es in der Umgangssprache noch "ro fiske", d.h. man "rudert zum fischen".
Diese "Rudererbuden" sind so ganz einfach die Unterkünfte der Fischer in der Zeit des Fischfangs.

Neue Verwendung und Modernisierung
Um 1960, als hunderte von Fischerhütten das ganze Jahr leer standen und z.T. den Winterstürmen zum Opfer fielen wurden einige der komfortabelsten Rorbuer zum ersten Mal an Touristen vermietet.
Im Laufe von 20 Jahren stieg die Zahl der Touristen, die in Fischerhütten übernachten wollten. Daher renovierten und modernisierten die Besitzer ihre Rorbuer. Der Wohnteil konnte meist beibehalten werden, wie er war. Der Schuppen dagegen wurde wärmegedämmt und zu ein bis zwei Schlafräumen sowie Dusche und Toilette umgebaut. Fließendes Wasser ist heute eine Selbstverständlichkeit.
Auf den Lofoten gibt es heute noch 300 - 400 Rorbuer. Fast 100 davon wurden neu aufgebaut und sind nie von Fischern benutzt worden Trotzdem sind sie bei den Touristen sehr beliebt, denn dies ist eben die typische Unterkunft auf den Lofoten. Hätte man keine neue Verwendung gefunden, gäbe es wahrscheinlich nur noch eine Hand voll Rorbuer neben den wenigen Exemplaren an Museen. Der Fremdenverkehr war also die direkte Ursache dafür, dass die Rorbu-Hütte, ein wichtiges Element der nordnorwegischen Küstenkultur, weiterhin in ihrer ursprünglichen Umgebung zu finden.

"Skyline"
Früher wurden die Rorbuer nach am Wasser gebaut, oft auf Pfählen, damit sie leicht mit dem Boot zu erreichen waren. In vielen Fischerdörfern standen diese rot angestrichenen Quartiere- und Fischannahmebetriebe - bald dicht an dicht. Die rote Tranfarbe war billig und damit bald die gewöhnlichste Art, die Rorbuer vor Wid und Wetter zu schützen. Doch andere Fraben wie z.B Ocker, kommen auch vor. Mit den vielen Gestellen zum Trocknen der Fische (daher der Name "Stockfisch") bilden die Rorbuer die charakteristische "Silhouette" der Fischerdörfer auf den Lofoten.
"Seehaus"
In den Fischerdörfern gibt es außer den Rorbu-Hütten große zwei- bis vierstöckige Hafengebäude- "Seehäuser",
wo der Fang angenommen wurde (und noch wird) und wo in entsprechend eingerichteten Zimmern Fischarbeiter und Seeleute übernachten konnten. Da auch Fischer hier Quartier fanden, nennt man diese Gästezimmer manchmal ebenfalls Rorbuer. zur Unterscheidung von den traditionellen freistehenden Fischerhütten werden diese Gebäude aber gewöhnlich als "Sjøhus" bezeichnet
Diese Fischerherbergen sind heute oft moderner als die alten Hütte nund vielerorts auch geräumiger. In einigen Fällen werden Küche und Aufenthaltsraum von den
Gästen gemeinsam genutzt.
 
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